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Sonntag, 28. Oktober 2018

Wachstum um jeden Preis - Was drauf geht ist egal!



Die Wachstumsjünger


Die Marktwirtschaft ist auf fortwährendes Wachstum ausgerichtet. Das bedroht Mensch und Natur. Trotzdem hat der Glaube an das Wirtschaftssystem für manche fast religiösen Charakter.

Wachstum ist ein Grundprinzip der Marktwirtschaft. Der deutsche Dokumentarfilmer Florian Opitz («Der grosse Ausverkauf») geht in seinem Film «System Error» der Frage nach, wie weit dieses Wachstum noch gehen kann. Denn der Kapitalismus verschlingt auch die Natur. Im Film kommen vor allem die Banker, Topmanager oder Lebensmittelproduzenten zu Wort, die vom System am meisten profitieren. Florian Opitz befragt sie nach ihrer Meinung zum Wachstum.

Eric Chen, China-Chef von Airbus, schwärmt vom Fortschritt. Früher seien die Leute mit Velos durch Peking gefahren, heute mit Autos. Die Ironie: Chen steht während des Interviews im Stau. Ein Blick über die Stadt zeigt den Smog, der sie verhüllt. Ein südamerikanischer Sojaproduzent bedauert, dass er 25 Prozent der Flächen im Amazonas als Naturreserven stehen lassen muss. Verständnis scheint er dafür nicht zu haben. Der ehemalige Hedgefonds-Manager und Ex-Trump-Berater Anthony Scaramucci schwärmt von der umweltschädlichen Erdgasförderung Fracking. Er ist vom ewigen Wachstum überzeugt und hält nichts von kritischen Akademikern. Stattdessen müsse man «mit echten Profis über den Kapitalismus reden».

Aus den Interviews wird deutlich: Der unkritische Wachstumseifer hat religiöse Züge angenommen. Folgen wie Umweltschäden oder soziale Ungerechtigkeit werden ausgeklammert. Wie lange es bis zum nächsten Finanzcrash dauert, weiss niemand. Der Börsenhandel liegt mittlerweile beinahe vollständig in der Hand von Computern – und ist für seine Profiteure und Bewunderer längst zu komplex geworden.

Gelesen im Saldo 17/2018


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