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Hier findest du Aktuelles, Links, Tipps, Fotografie, Musik etc. Je nach Lust und Laune hat es auch mal was Sinnfreies dabei. Unter den Rubriken kannst du die verschieden Themen auswählen.

Samstag, 2. Dezember 2017

Bettverbot fürs Smartphone




Anitra Eggler kennt Fluch und Segen der Digitalisierung. In den Neunzigerjahren war sie Internetpionierin, heute ist sie eine der gefragtesten Expertinnen für einen massvollen Online-Konsum. Was ist ihr Rezept?

Text: Barbara Lukesch


Anitra Eggler, Sie nennen sich Digitaltherapeutin. Wer sind Ihre Patienten?

Damit keine falschen Vorstellungen entstehen: Bei mir legt sich niemand auf die Couch. Ich bin Journalistin. Meine Therapie besteht aus Buchstaben, die ich in Form von Büchern und Bühnenvorträgen verabreiche. Die Patienten sind meist Bürokrieger aller Hierarchien, Unternehmensgrössen und Branchen. Ich habe aber auch schon Lehrer, Kirchenvertreter, WhatsApp-Omis oder Digital Natives von Krankheiten wie E-Mail-Wahnsinn, Smartphone-Sucht, Daten-Diarrhö oder Social-Media-Inkontinenz befreit.

Woran merken Sie, dass Ihre Therapie wirkt?

An der Aufmerksamkeitsspanne der Leute: Die beträgt vor dem Besuch meines Bühnenvortrags gerade mal 9 bis 15 Sekunden. Danach halten es die Zuhörer oft den ganzen Apéro lang aus, nicht aufs Handy zu starren. Stattdessen unterhalten sie sich mit anderen über den ganz normalen digitalen Wahnsinn unserer Zeit.

Wann haben Sie selber diesen Wahnsinn entdeckt?

Im Jahr 2009. Damals entwendete mein wichtigster Mitarbeiter sein Firmenhandy aus meinem Schreibtisch, weil er den von mir verordneten «Offline-Urlaub» nicht umsetzen wollte: Statt abzuschalten mit seiner Familie, wollte er im Urlaub arbeiten. «Wie krank ist das denn? Meine Mitarbeiter versklaven sich selbst!», dachte ich mir. Ich wollte keine digitalen Leibeigenen als Mitarbeiter, sondern mündige Menschen, die anschalten, um das Beste aus der Digitalisierung rauszuholen, die aber auch abschalten können, um das Beste im Leben zu geniessen.

Und Ihr eigener Online-Konsum? Wie sah der zu jener Zeit aus?

Nach diesem Erlebnis wurde mir bewusst, dass ich binnen zwölf Jahren als Journalistin und Managerin von Internetfirmen bereits 1,5 Jahre vermailt und 2,5 Jahre versurft hatte. Die Zeitersparnis, die Effizienz- und Produktivitätssteigerung, die das Digitale bewirken kann, tritt nur dann ein, wenn der Mensch seinen Konsum kritisch hinterfragt und die Geräte entsprechend smart konfiguriert.

Was ist denn so verlockend an den kleinen Geräten, dass Menschen offenbar davon süchtig werden?

Mit den zahllosen Aufmerksamkeitsreizen, die Smartphones bieten, machen sie unser Hirn süchtig nach Dauerablenkung. Gleichzeitig verfügt ein Smartphone über Ego-Booster wie Social Media oder süchtig machende Games. Wir machen total hirnbefreit alles, was medienmöglich ist, und sind ständig auf Abruf, als wären wir Notärzte, beruflich und privat. Das bereitet Stress, ruiniert Arbeitsspass, Produktivität – und ist schlecht für die Kussbilanz.

Welche Folgen des digitalen Overkills halten Sie für die schlimmsten?

Ganz vorne: Lebenszeitvergeudung! Mehr als die Hälfte seiner 16 Wachstunden verbringt der Homo digitalis mit seinem Handy, im Netz und vor der Glotze. Knapp zehn Sekunden pro Tag erübrigt er im Schnitt fürs Küssen. Der Homo digitalis ist ein lebenszeitverachtender Prioritätensetzer: Die schönsten Momente fotografiert er, statt sie zu erleben. 88-mal am Tag wird das Handy gecheckt. Hat man eine neue Mail wahrgenommen, bleibt diese maximal sechs Sekunden ungelesen – auch wenn es die unnötigste Viagra-Spam-Mail aller Zeiten ist. Das kostet Produktivität: Bürokrieger verbringen eineinhalb Arbeitstage pro Woche in ihrer Mailbox. Sie glauben, überall zu sein, sind aber nirgends mehr wirklich präsent. Weder beim Partner noch bei den eigenen Kindern und am Arbeitsplatz schon gar nicht.

Wie gehen Sie selber mit Ihrem Smartphone um?

Handys haben Bett- und Tischverbot. Ich checke Mails nur einmal am Tag, Social Media nutze ich beruflich nur gelegentlich, in meinem Privatleben spielen sie überhaupt keine Rolle. Im Urlaub schalte ich komplett vom Job ab, zelebriere Treibholztage ohne Handy, ohne Plan und Ziel und flaniere durch meine eigene Stadt wie ein Erstbesucher, solche Sachen.

Was halten Sie von digitaler Abstinenz?

Seit zwanzig Jahren wissen wir, dass die Digitalisierung die Technologie unserer Zeit ist. Nur wer sie beherrscht, ist wettbewerbsfähig. Daher ist Abstinenz sicher keine Lösung. Es geht nicht einmal zwingend darum, weniger online zu sein. Aber es muss darum gehen, besser und bewusster online zu sein. Wir brauchen beide Pole: meditieren und programmieren – das sind Kernkompetenzen von heute und morgen.

Der deutsche Psychiater Manfred Spitzer warnt in seinem gleichnamigen Bestseller davor, dass unkontrollierter Online-Konsum zu «Digitaler Demenz» führt. Was sagen Sie dazu?

Ich kenne Manfred Spitzer persönlich. Was uns eint, ist das kritische Hinterfragen der Nebenwirkungen der Digitalisierung. Was uns trennt, ist der Umgang damit. Für mich sind die digitalen Angebote so lebenswichtig wie der Strassenverkehr. Deshalb plädiere ich für «Fahrschulen» und publiziere «Verkehrsregeln». Manfred Spitzer hingegen will den Strassenverkehr abschaffen und das Autofahren verbieten. Meine Thesen liefern den Menschen Rezepte für einen intelligenten Umgang mit der Digitalisierung. Medien machen nicht per se dumm oder schlau. Das, was der Mensch draus macht, entscheidet über das Ergebnis.

Was ist eigentlich mit Ihrem Mitarbeiter passiert, der sein Smartphone aus einer Schublade Ihres Schreibtisches entwendet hat?

Ich habe ihn im Urlaub arbeiten lassen und sein Fehlverhalten ignoriert. Drei Monate später hat er freiwillig sein Smartphone gegen ein altes, nicht internetfähiges Handy eingetauscht. Warum? Weil er auf dem Spielplatz Mails gecheckt hat, unaufmerksam war und seine Tochter deshalb von der Schaukel gefallen ist. Die Kleine hat zu ihm gesagt: «Papa, dein Handy macht mir Aua!» Da wusste er, jetzt habe ich mein Handy nicht mehr im Griff, sondern mein Handy mich.


Anitra Eggler, 44, lebt in Wien. Nach dem Abitur arbeitete sie als Journalistin. 1998 zählte sie zu den digitalen Pionieren. Nach zwölf Jahren Hochgeschwindigkeit und grossem Erfolg als Internetmanagerin waren ihre Batterien leer. Sie entwickelte sich zur Vorkämpferin für einen selbstkritischen Umgang mit dem Netz. Dazu publizierte sie verschiedene Bestseller zum Thema und hält Vorträge als «Digitaltherapeutin».
www.anitra-eggler.com



Gelesen im Kundenmagazin von Sanitas

Montag, 13. November 2017

Zu viel nachdenken

Zu viel nachdenken ist wie schaukeln. Man ist zwar beschäftigt, aber kommt kein Stück weiter.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Alternative Krebsbehandlung - ECT

Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen und deren Angehörigen immer ein Schock. Die Medizin hat in der Krebsforschung und -therapie zwar grosse Fortschritte gemacht, im "Griff" ist die Krankheit jedoch immer noch nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Erkrankte, zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung, für alternative Behandlungsformen - z.B. die bekannte Misteltherapie - interessieren.

Über diese Anwendung hinaus gibt es jedoch verschiedene weitere Behandlungsmöglichkeiten, eine hiervon ist die perkutane Electro-Carcinom-Therapie (ECT), auch Bio-Elektrotherapie (BET) oder Elektrochemische Tumortherapie genannt. Unverständlicherweise ist die Electro-Carcinom-Therapie (ECT) in Deutschland immer noch fast unbekannt.

Inzwischen liegen Erfahrungswerte und die ersten Studien vor. Für Krebspatienten ist es nicht unwichtig, zu wissen, dass, z.B. das Institut für Naturheilverfahren in Marburg, die ECTmit guten Erfolgen anwendet.

Das Prinzip dieser Therapie ist, dass ein schwacher Gleichstrom in die Tumoren geleitet wird, die sich in der Folge verkleinern oder ganz verschwinden können.

Die ersten Ergebnisse einer grösseren Fall-Studie über die ECT kommt aus China.
Dort wurden im Zeitraum von 1987 bis 2000 10.000 Patienten erfasst.

Die Ergebnisse:


In knapp über 30 Prozent der Fälle kam es zur Auflösung und in etwas mehr als 40 Prozent zur Verkleinerung der Tumoren.
Die Erfolgswerte hängen natürlich unter anderem von der Tumorart und der Grösse, sowie vom Stadium der Erkrankung ab.
In China wird der Strom von den Medizinern mittels Platindraht-Elektroden direkt in die Tumoren geleitet, was im Mutterland der Akupunktur nicht verwunderlich ist.

In Marburg wird eine andere Technik angewendet, hier werden plattenförmige Elektroden auf die Haut aufgelegt.
Dr. Bernhard Weber, der Leiter des Marburger Instituts erklärt:
"Die Verwendung von Platten ist sanfter, besitzt eine höhere Akzeptanz bei den Patienten und ist ebenso wirksam wie die Therapie mit Nadeln."
Die ersten Ergebnisse der hiesigen Behandlungen bestätigen die Ergebnisse der chinesischen Studie.

Da die ECT eine lokale, nebenwirkungarme, vor allem aber ambulant durchgeführte Therapieform ist, dürfte sie auch bald - als adjuvante Behandlungsform - in Praxen von Heilpraktikern Einzug finden.

Pro Sitzung wird der Strom zwei bis drei Stunden lang durch den Tumor geleitet, bei manchen Patienten schmilzt der Tumor bereits nach 2 oder 3 Sitzungen, andere wiederum benötigen mehr.
Mittels eines speziellen Computer-Überwachungsprogramms kann der Behandler die Therapie kontrollieren und die Vorgänge im Körper und an der Geschwulst beobachten.
Wichtig ist hierbei natürlich das richtige Setzen der Elektroden und den Einsatz der optimalen Stromstärke.
Die Stromstärke ist abhängig von der Tumorgrösse, -dichte und -art.

ECT kann - soll und darf (zumindest von Heilpraktikern), je nach Erkrankung - nur zusammen mit anderen Behandlungsformen angewendet werden.
Die ECT ersetzt gute schulmedizinische Therapiemöglichkeiten (Stahl, Strahl, Chemie) nicht; ist aber auf der anderen Seite bei schulmedizinisch schlecht oder kaum behandelbaren Tumoren und Metastasen eine neue therapeutische Chance.
Das Institut für Naturheilverfahren erklärt, dass sich die ECT für oberflächliche, ebenso wie für tiefergelegene Tumorarten eignet, Knochenmetastasen seien jedoch nur eingeschränkt behandelbar.

Gelesen in Heilpraktiker.de

Gestresst? Dann geh unter Leute!


Gestresst? Dann geht unter Leute!

Der Herbst ist da. Und mit ihm vieles Schöne. Bunte, raschelnde Blätter, der erste warme Kakao, dieses ganz besondere Licht….aber mit dem Herbst, leider, ziehen für viele von uns auch ein paar düstere Wolken auf. Wolken, die sich vor die Sonne schieben und uns die Stimmung vermiesen. Und nicht nur die Stimmung. Wir fühlen uns auch mehr gestresst. Manchmal könnte man den Eindruck haben, dass der Weihnachtsstress schon losgegangen ist.

Der Oktober ist einer der hektischsten Monate. Warum bloß? Irgendwie muss jetzt alles ganz schnell gehen, jetzt und sofort und wir fühlen uns über Monate hinweg ausgebucht.

Dauer-Stress

Wer sich so fühlt, hat oft die Tendenz sich zurückzuziehen. Aus lauter Angst, mit der eigenen schlechten Stimmung irgendwo anzuecken. Die schlechte Laune-Schleuder zu sein. Oder andersrum: Von anderen Leuten, unseren Mitmenschen, sich schlechte Laune einzufangen. Denn Stress scheint manchmal wie eine Erkältung. Wenn man hört, dass einer Stress hast, rutscht man schnell ein Stückchen zur Seite: Ich hatte doch gerade erst selber Stress!

Das ist nachvollziehbar. Denn manche von uns lassen sich besonders leicht von den Launen oder Befindlichkeiten anderer anstecken. Da macht es Sinn, sich ein wenig zu schützen. Aber das ist nicht der einzige Schutzmechanismus gegen Stress!

Die Stress-Expertin Kelly McGonigal schlägt einen anderen Weg vor: Statt Angst vor Stress-Ansteckung sollten wir uns einfach von der Freude anderer Menschen anstecken lassen.

Was steckt dahinter?

In der Psychologie wird viel über Empathie geforscht und seit neuestem auch zu einem Aspekt, der sich “positive Empathie” nennt. Dabei geht es nicht darum, welche negativen, sondern welche positiven Zustände Empathie hervorrufen kann. Kleines Beispiel: Wenn einer Freundin ihre Lieblingstasse aus der Hand fällt und am Boden zerschellt, fühlen wir mit ihr. Auch wenn uns die Tasse selber gar nichts bedeutet. So etwas kann unser Gehirn. Aber es kann nicht nur mit-leiden, sondern sich auch mit-freuen. Und diese Eigenschaft sollten wir uns öfter zunutze machen!

Was sich in der Forschung ebenfalls herausgestellt hat ist, dass uns diese positive Empathie auch zu besseren Menschen macht. Ja, tatsächlich. Wer sich mit-freut hat auch ein stärkeres altruistisches Bedürfnis und eine stärkere Motivation zu diesen Taten.

Wer gestresst ist, verliert aber für solche Freuden oft den Blick. Wir starren auf negative Emotionen und vergessen, dass das Leben auch viele (kleine) Freuden bereithält. Und sei es nur die Anerkennung, die eine gute Freundin für ihren neuen Mantel bekommt.

Klingt alles sehr einleuchtend, oder? Aber wie stellt man so etwas im Alltag an? Wenn es einem nicht nach Mit-Freude, sondern vielleicht eher nach Eifersucht zumute ist? Kelly McGonigal hat ein paar Tipps entwickelt, mit denen wir unseren Mitfreude-Muskel im Alltag trainieren können.

Wir stellen Euch drei Tipps vor, mit denen ihr die Mitfreude üben könnt:

1) Gehe auf die Freude anderer ein.
Wenn einer unserer Freunde etwas auf Facebook postet, eine Beförderung beispielsweise, oder ein neues Projekt, dann klicken wir oft automatisch den “like”-Button und denken uns nichts weiter. Stop! Mitfreude sieht anders aus. Schreibe der Person eine persönliche Nachricht, lass Dir vom Erfolg und der Freude erzählen. Wir wissen doch selbst, wie gut es tut, wenn jemand mal wirklich nachhakt. Aber das funktioniert eben auch umgekehrt, durch den Erfolg anderer können wir nämlich auch selber wieder erfahren: Das Leben ist nicht so ganz schlecht!

2) Lass zu, dass andere Dir etwas Gutes tun
In Zeiten des Stress sind uns Dinge wie Essenseinladungen oder einfach nur Verabredungen zum Kaffee schon zuviel. Wir sagen sie ab. Dabei läge hier die Chance, aus dem eigenen Stress herauszukommen. Indem wir merken, dass sich auch andere Menschen an UNS erfreuen. Dass es ihnen Freude bereitet, uns zu bewirten, uns zum Lachen zu bringen. Ein solcher Abend oder eine solche Verabredung kann erscheinen wie eine zusätzliche Belastung, dabei bietet sich hier die Chance, Freude zu tanken.

3) Beobachte Menschen
Auch wenn gerade niemand Zeit hat, sich mit einem zu treffen. Das ist keine Entschuldigung, sich zuhause zu verstecken. Gerade wenn wir nicht mehr ein noch aus wissen vor Stress, sollten wir dringend das Haus verlassen. Ja, die Zeit, so denken wir, haben wir eigentlich nicht. Aber das stimmt nicht. Die einzige Zeit die wir nicht haben ist die Zeit, die wir verlieren, wenn wir gestresst sind und nicht gut arbeiten können. Also ab nach draußen! Sich in ein Cafe setzen, und sei es nur für eine halbe Stunde. Leute beobachten. Die Freundinnen am Nachbartisch, die kleinen Kinder draußen vor dem Fenster. Zuschauen, wie sie sich freuen, wie sie lächeln. Wie es ihnen geht. Auch so etwas trainiert unseren Mitfreude-Muskel. Und je stärker der ist, desto besser kommen wir durch die dunkle Jahreszeit.

Gelesen in University of Happiness

Nein sagen: ein Liebesdienst?

Ich genoss eine strenge Erziehung. Uns Kinder wurden sowohl von den Eltern als auch Grosseltern Grenzen aufgezeigt. Sie lehrten uns Respekt, aber wir erfuhren auch viel Liebe und Grosszügigkeit.

Eine moderne Familie ist heute oft ein um das Kind kreisender Kosmos. Die Eltern lesen ihren Lisas und Limas in voreiligem Gehorsam jeden Wunsch von den Augen ab. Wenn es etwas nicht gibt, quengeln die kleinen, bis Mami oder Papi nachgibt. Als wichtige Erziehungsziele gelten Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Das Werte wie Güte, Rücksicht oder Geduld sowie - später im Leben - Mut, Fleiss und Arbeitsbereitschaft sich lohnen, lernen viele nicht mehr.

Der Vater und Style-Kolumnist Thomas Meyer hingegen moniert die mangelnde Achtung der Erwachsenen gegenüber ihrem Nachwuchs. Wenn einem schutzlosen Lebewesen mit Liebesentzug gedroht wird, es beleidigt oder erpresst wird, verlieren alle.

Gelesen im Style, Editorial von Sabina Hanselmann-Diethelm

Montag, 16. Oktober 2017

Zitat von Jean-Jacques Rousseau

Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu geniessen.

Sonntag, 1. Oktober 2017

So bekommst Du Dein Wochenende zurück

Wochenenden gibt es nicht mehr. So kommt es einem zumindest oft genug vor. Denn Wochenenden, früher noch Zeit für Hobbies und Co., sind mittlerweile auch nichts anderes, als der verlängerte Arm der Woche. Es werden Mails gecheckt, noch schnell ein paar Dinge für die Arbeit erledigt, geputzt, eingekauft und die nächste Woche vorbereitet. Und im Handumdrehen ist es vorbei, das schöne Wochenende.

Müssen wir uns damit jetzt abfinden? War es das mit den Wochenenden, oder haben wir noch eine Chance?

Die Journalistin Katrina Onstad hat zu genau diesem Thema ein Buch geschrieben. Das Buch heißt „The Weekend Effect“ (auf Englisch erhältlich) und dort stellt Onstad ganz deutlich klar: Nein, so darf es nicht bleiben. Wir müssen uns unsere Wochenenden zurückerobern. Aber wie?

Zunächst erklärt Onstad, woher das überhaupt kommt, mit dem Wochenende. Wozu die arbeitsfreie Zeit eigentlich mal gut war und wie es so einreißen konnte. Wir sind natürlich auch ein Stück weit selber schuld. Mittlerweile, viele von uns erleben das schmerzhaft, wird es als Ausweis großer Fähigkeiten gesehen, möglichst viel zu arbeiten. Ständig im Stress zu sein. Wer so richtig reinhaut und an die eigenen Belastungsgrenzen geht, der wird als wahrer Held der Arbeit erfahren.

Das klingt übertrieben, aber ein bisschen was von diesem Glauben steckt in fast allen. Und so kommt es, dass wir die Wochenenden nicht mehr richtig ernst nehmen. Wir legen das Smartphone kaum aus der Hand und selbst wenn wir nicht mit Arbeit beschäftigt sind, dann wischen wir durch die sozialen Netzwerke, schauen uns Bilder an, lesen Artikel kurz durch…und kommen nicht zur Ruhe.

Aber selbst wenn wir so mit Freunden interagieren, es tut uns auf Dauer nicht gut. Was uns hingegen gut tut, sind echte Kontakte. Echte Treffen, wie Onstad schreibt: “Ohne echte Interaktion, geht der ´Teil unseres Selbst unter, der nur hochkommt, wenn er mit echten Menschen in Kontakt steht.”

Aber was tun?

Laut Onstad ist zum Einen der Gesetzgeber gefragt. Hier sollte der Staat tätig werden und für mehr Freizeitausgleich bei Arbeitnehmern sorgen. Schließlich ist eine Work-Life-Balance nicht nur eine Frage, die Unternehmen etwas angeht. Letzten Endes ist es eine Frage, die das Gemeinwohl betrifft.

Zum Anderen sind wir aber auch selbst gefragt. Denn wir haben es in der Hand, aus unserem Wochenende eine runde Sache zu machen. Onstad schlägt vor, wir sollten uns mehr mit altruistischen Dingen beschäftigen. Aber auch mit kreativem Input. In ein Museum gehen. Ganz befreit und voller Bewunderung Kunst anschauen. Sich sozial engagieren. Ausführlich essen. Dinge tun, für die wir uns im Alltag nie die Zeit nehmen würden: Stundenlang brunchen, beispielsweise. In die Natur gehen. Ganz ekstatisch tanzen. Nichtstun. Sich um andere kümmern. Zuhören. Weghören. Dösen.

Denn bei einer Work-Life-Balance sollte ja eigentlich nicht das Ziel sein, einfach fit für die Arbeit zu werden. Sondern fit für’s Leben.

von Gereon von Ehrenfeld

Freitag, 29. September 2017

Tschüss, ich mach Feierabend! Warum du Nein zu Überstunden sagen sollst





Ganz langsam gleiten die Zeiger über das Ziffernblatt und ticken unaufhaltsam in deinem Kopf. Eigentlich könntest du jetzt deinen Laptop zuklappen und Richtung Feierabend marschieren. Eigentlich. Denn obwohl dein Überstundenkonto aus allen Nähten platzt, lässt dich das schlechte Gewissen am Bildschirm kleben.

43,5 Stunden – so viel arbeiten laut einer neuen Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Vollzeitbeschäftigte pro Woche. Das sind fünf Stunden mehr als durchschnittlich vereinbart[1]. Und weil bei den meisten Nine-to-five-Jobs auch die Mittagspause zwischen Tastatur und Mousepad stattfindet, klingen Work-Life-Balance und pünktlicher Feierabend mehr nach luxuriösen Privilegien als 0815-Standard.

24/7 Wir-Gefühl und We-are-Family-Gewissensbisse

Die Grenzen zwischen Privatleben und Job verschwimmen, deswegen bleiben Power Point und Briefingdokument selbst am Wochenende geöffnet – unbezahlt, versteht sich. E-Mail-Postfach und Puls blinken hektisch um die Wette, unerledigte Aufgaben sammeln sich schneller an, als Stressflecken im Gesicht. Kaum verwunderlich, dass schon mehr als zwei Überstunden wöchentlich psychische und körperliche Spuren an Workaholics hinterlassen: Rückenschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung.

Aber einfach „Nein“ zu sagen, weil der Akku leer ist? Scheinbar unmöglich.  Auch in den Bewertungen auf kununu taucht das Wort Überstunden fast 14.000 mal auf. „Überstunden zum Nulltarif“ und unbezahlte Extrazeit werden als „normal angesehen und verlangt“. Sie verschwinden wie selbstverständlich zwischen flexiblen Arbeitszeiten und Zeiterfassung auf Vertrauensbasis. Als wäre es ein „privates Vergnügen“, den Chef öfter zu sehen, als die Familie.

Eigentliches Problem sind aber nicht die Überstunden an sich. Vielmehr ist es die We-are-Family-Mentalität: Wenn auch der Kollege noch am Schreibtisch hockt, müssen unbezahlte Arbeitszeiten schon in Ordnung sein. Schließlich machen das viele Unternehmen so. Aber genau das ist der springende Punkt: Denn das können sie nur, weil es sich die Arbeitnehmer gefallen lassen. Es ist in Ordnung, auch mal „Nein“ zu  sagen.

Kenne deine Rechte. Und trau dich, sie durchzusetzen.

Natürlich ist die Rechtslage je nach Land unterschiedlich und sicherlich gibt es Ausnahmen, die eine Pauschalisierung nicht zulassen. Generell gilt aber: Nur du hast es in der Hand, deine Ansprüche geltend zu machen. Informiere dich über bindende Gesetze, kenne deinen Arbeitsvertrag genau und trau dich freundlich aber bestimmt, deinen Chef auf vereinbarte Regelungen hinzuweisen.

In Deutschland legt das Arbeitszeitgesetz fest, dass grundsätzlich pro Werktag höchstens acht Sunden gearbeitet werden darf. „Das Arbeitszeitgesetz hat nichts dagegen, dass die Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden verlängert wird – unter einer wichtigen Voraussetzung: Die über acht Stunden hinausgehende Arbeitszeit muss ausgeglichen werden. Und zwar nicht irgendwann, sondern innerhalb der nächsten sechs Monate. Im Durchschnitt darf niemand innerhalb von sechs Kalendermonaten länger als acht Stunden pro Werktag arbeiten.“[2]

Ähnlich ist die Regelung in Österreich: „Bei erhöhtem Arbeitsbedarf sind 5 Überstunden wöchentlich zulässig. Darüber hinaus erlaubt das Gesetz 5 weitere Überstunden wöchentlich (insgesamt also 10 Überstunden wöchentlich), diese jedoch nur in einem jährlichen Höchstausmaß von 60 Stunden. Die tägliche Arbeitszeit darf 10 Stunden (inkl. Überstunden) nicht überschreiten. Kollektivverträge können ein noch höheres Ausmaß an Überstunden vorsehen; darüber hinaus können zusätzliche Überstunden durch Betriebsvereinbarung zugelassen werden.“ [3]

In der Schweiz wird dann „von Überzeit gesprochen, wenn die wöchentliche gesetzliche Höchstarbeitszeit (je nach Branche 45 bis 50 Stunden) überschritten wird. Sie darf nicht mehr als zwei Stunden im Tag betragen. Sie darf im Kalenderjahr nicht mehr als 170 Stunden (bei wöchentlicher Arbeitszeit von 45 Stunden) bzw. 140 Stunden (bei 50 Stunden) betragen. Sie muss – wenn sie nicht in einer bestimmter Frist durch Freizeit ausgeglichen wird – mit einem Lohnzuschlag von mindestens 25 % entschädigt werden.“ [4]

Quellen:
[1] Arbeitszeitreport Deutschland 2016. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
[2] Bundesministerium für Arbeit und Soziales
[3] Arbeiterkammer Österreich
[4] Schweizerische Bundeskanzlei

Gelesen in news.kununu.com

Mittwoch, 23. August 2017

Kann Methadon Krebs heilen?



Veröffentlicht am 22.06.2017

Methadon gegen Krebs: Wie das Schmerzmittel Tumorzellen zerstört

Als Sabine Kloske im Alter von 36 Jahren die Diagnose Hirntumor erhält, geben die Ärzte ihr nicht mehr viel Zeit. "Der Arzt sagte, Sie haben noch maximal zwölf bis 15 Monate", erzählt die Lektorin rückblickend. Doch inzwischen sind bereits zweieinhalb Jahre vergangen. Und: "Der Tumor ist weg. Ich habe ein sauberes MRT-Bild", so Sabine Kloske, die zusätzlich zu einer Radiochemotherapie schon früh damit begonnen hat, Methadon einzunehmen, um ihre Überlebenschancen zu verbessern. Nur durch Zufall hatte die heute 38-Jährige von der Möglichkeit gehört, das Schmerzmittel als Zusatztherapie einzusetzen. Dass Krebszellen durch die Einnahme von Methadon absterben können, hatte die Ulmer Biologin Claudia Friesen bereits 2007 entdeckt - und seitdem intensiv daran geforscht. Wie sie mit ihren Erkenntnissen inzwischen schon hunderten Betroffenen helfen konnte, darüber spricht die Biologin live bei stern TV. Zu Gast im Studio sind dann auch Sabine Kloske und der Palliativmediziner Dr. Hans-Jörg Hilscher, der Methadon in der Krebsbehandlung einsetzt.

Methadon gegen Krebs - Chemikerin kritisiert bei stern TV "zu viel Gegenwind und fehlende klinische Studien."

"Methadon kann die Wirkung einer Chemotherapie verbessern." Aber: "Es gibt zu viele Gegenwinde, und es fehlen die klinischen Studien an großen Fallzahlen." Live bei stern TV hat die Chemikerin Dr. Claudia Friesen kritisiert, dass das Schmerzmittel Methadon trotz erstaunlicher Forschungsergebnisse nicht als Krebsmedikament eingesetzt wird. "Ich kenne Patienten, bei denen ein Chemotherapeutikum nicht gewirkt hat. Erst als sie es mit Methadon bekommen haben, sprach es wieder an", so Friesen im Gespräch mit Steffen Hallaschka. Aber, auch das machte die Wissenschaftlerin deutlich: "Wir brauchen die Studien. Dass es die nicht gibt, liegt daran, dass die Förderungen fehlen. Mittlerweile ist es sogar so, dass ich nicht einmal mehr meine Grundlagenforschung gefördert bekomme."

Schon 2007 hatte Friesen herausgefunden, dass Methadon Krebszellen absterben lassen kann. "Wir wollten ursprünglich die molekularen Mechanismen von Opioiden weiter aufklären. Und zu unserer Verwunderung sind die Tumorzellen mit Methadon gestorben." Nach zehn Jahren intensiver Forschung weiß Friesen inzwischen genauer, wie das Methadon wirkt: "Methadon kann den Widerstand der Tumorzelle gegen das Chemotherapeutikum brechen und sorgt dafür, dass das Chemotherapeutikum wirken kann", so Friesen bei stern TV.

Was das für Krebspatienten bedeuten kann, hatte stern TV zuvor unter anderem am Fall der 38-jährigen Sabine Kloske gezeigt. Als sie im Alter von 36 Jahren die Diagnose Hirntumor erhält, geben die Ärzte ihr nicht mehr viel Zeit. "Der Arzt sagte, Sie haben noch maximal zwölf bis 15 Monate", erzählt die Lektorin rückblickend. Doch inzwischen sind bereits zweieinhalb Jahre vergangen. Und: "Der Tumor ist weg. Ich habe ein sauberes MRT-Bild", so Sabine Kloske, die zusätzlich zu einer Radiochemotherapie schon früh damit begonnen hat, Methadon einzunehmen, um ihre Überlebenschancen zu verbessern.

Ein Einzelfall ist sie damit nicht. Auch Claudia Friesen hat mehr als 350 Patientendaten in ihrer Kartei gesammelt, deren MRT-Bilder unter der Einnahme von Methadon einen deutlichen Rückgang der Metastasen aufweisen - zum Teil sogar ein völliges Verschwinden. "Meistens sind es bettlägerige Patienten, die eigentlich gar nichts mehr machen können. Und wenn die auf Methadon umgestellt werden, können sie plötzlich wieder aufstehen, können wieder ihren Haushalt machen, viele können in den Urlaub fahren, also wieder ein normales Leben führen. Für viele ist allein die Lebensqualität es wert, Methadon einzusetzen."

Dass Methadon dennoch uninteressant für die Pharmabranche ist, liege vielleicht an dem günstigen Preis: "Wenn ich sehe was Methadon kostet, zwischen acht und 20 Euro für 100 Milliliter, die vier bis sechs Wochen reichen und vergleiche das mit den sehr teuren Medikamenten, die dann 20.000 bis 25.000 Euro kosten, hat Methadon kaum eine Chance."

* stern TV auf Facebook: https://www.facebook.com/sterntv
* Mehr Infos zum Thema: http://www.stern.de/tv/methadon-gegen...

Sonntag, 20. August 2017

Alternative Behandlung bei Krebs: Erfahre, wie Scott Binder seinen Krebs selbst heilte

Scott Binder erkrankte an Krebs - und heilte sich davon, ganz ohne Chemotherapie. Im Interview erzählt er uns davon, wie seine Heilmethode aussah.


Krebs ist eine der gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit und sie scheint immer weiter verbreitet zu sein. Die Schulmedizin antwortet meist mit Operationen und aggressiver Chemotherapie auf die Bedrohung, doch viele Menschen wollen diese Therapieform nicht nutzen, da sie den Körper sehr schwächt. Auf der Suche nach alternativen Behandlungen trifft man immer wieder auf Erfahrungen wie die von Scott Binder, der seinen Krebs ohne Chemo besiegte. Bei uns erzählt er seine Geschichte.

Lieber Scott, du hast etwas erlebt, das die meisten Menschen nicht überleben: Du hast Krebs bekommen. Kannst du uns erzählen, wie du das erfahren hast?

Vor etwas über drei Jahren habe ich einen Knoten unterhalb meines Unterkiefers festgestellt. Damals habe ich einen Arzt in Berlin besucht, um untersuchen zu lassen, ob es sich vielleicht um Lymphdrüsenkrebs handelt. Die Testergebnisse waren negativ, der Knoten war nicht bösartig, doch der Arzt empfahl mir, ihn trotzdem entfernen zu lassen.

Ich entschied mich jedoch gegen eine Operation und wollte herausfinden, ob der Knoten nicht von alleine verschwinden würde, wenn ich Kaffee und Industriezucker vom Speiseplan strich. Ich wusste nicht, ob das helfen würde, wollte es aber gerne versuchen. Allerdings habe ich es nicht wirklich geschafft, meinen Konsum zu reduzieren, daher weiß ich auch nicht, ob es hätte funktionieren können.
Im Februar 2015 war der Knoten schließlich immer noch da, also entschloss ich mich, ihn noch einmal untersuchen zu lassen, diesmal in meiner Heimatstadt Seattle. Am 5. März 2015 wurde ich dann mit einer sehr seltenen Krebsart diagnostiziert, einem adenoid-zystischen Karziom. Das ist ein besonders bösartiger Tumor, der an verschiedenen Drüsen auftreten kann.
Die Ärzte fanden heraus, dass der Tumor schon in meinen Hals gestreut hatte und sie nahmen an, er würde bald auch in meine Brust streuen. Daher empfohlen sie eine vierwöchige Chemotherapie, Strahlentherapie und einen Brustscan. Ich habe beides abgelehnt und stattdessen einen Pfad der natürlichen Heilung eingeschlagen.
Später fand ich durch die Arbeit mit einem Heilpraktiker heraus, dass der Krebs tatsächlich bis in die Brust gestreut hatte.
Was hast du getan, als du deine Diagnose erhalten hast?
Mein erster Schritt war, meine Ernährung umzustellen: Ich aß nur noch vegan. Schon vor meiner endgültigen Diagnose hatten die Ärzte befürchtet, dass ich vielleicht Krebs haben könnte. Ich hatte mich daher bereits im Vorfeld über alternative Heilmethoden informiert und habe viel über Menschen gelesen, die ihren Krebs nur durch die Ernährung geheilt haben. Als ich das erfuhr, wusste ich, dass eine Ernährungsumstellung der erste Schritt sein muss.
Eine meiner wichtigsten Informationsquellen ganz am Anfang meiner Reise war die Website www.chrisbeatcancer.com. Diese Seite ist voll von Beispielen inspirierender Personen und ihrer Geschichten, wie sie Krebs durch natürliche Heilmethoden und die Ernährung besiegt haben. Diese Erfolgsgeschichten zu lesen bestärkte mich in meinem Entschluss und gab mir das nötige Vertrauen, es zu wagen, nicht den traditionellen Weg einzuschlagen.
Ein paar Tage nach meiner Diagnose erzählte mir dann ein Freund von der Gerson-Therapie, einer natürlichen Krebsbehandlung, die in den 30ern von einem deutschen Arzt entwickelt wurde. Ich recherchierte eine Weile zu dieser Methode und beschloss dann, mich in ein Heilungszentrum in Arizona zu begeben, das diese Therapie anbietet.
Die Schulmedizin lehrt uns, dass Krebs oft unheilbar ist und der einzige Weg, ihn zu schlagen, in der Chemotherapie liege. Wie bist du damit umgegangen?
Ich wurde dazu erzogen, zu glauben, dass alles möglich ist, wenn ich es nur erreichen will. Natürlich wurde mir auch beigebracht, dass die Schulmedizin sehr wichtig ist, sie ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, den Körper zu heilen. Obwohl die Ärzte mir zu einer Chemotherapie und zu Strahlentherapie rieten, wusste ich, dass es einen anderen Weg geben musste, der meinem Körper nicht seinerseits schaden würde.
Wie hat die Diagnose dein Leben verändert?
Es rettete mein Leben! Mit dieser lebensbedrohlichen Situation konfrontiert zu werden half mir, zu erkennen, was wirklich wichtig im Leben ist. Das erste, was mir in den Sinn kam, waren meine Familie, eines Tages ein Vater sein zu können, meine Liebe zur Natur und das tun zu können, was ich liebe. Das sind die Dinge, die mir am wichtigsten sind.
Den ganzen Rest, darauf kann ich verzichten. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen: Immer recht zu haben, mich über Kleinigkeiten aufzuregen, Machtkämpfe in der Beziehung oder meine Sturheit in manchen Ansichten, die ich hatte. Zeit damit zu verschwenden, Dinge zu tun, die gar nicht meinem Wesen, meinem Kern, entsprechen. Das alles verlor seinen Wert. Durch die Diagnose schien ein Licht auf das Essentielle in meinem Leben und das half mir, all die kleinen, unwichtigen Dinge loszulassen, über die man sich so oft ärgert.
Du hast also mit einer alternativen, veganen Heilmethode begonnen. Kannst du uns ein bisschen mehr darüber erzählen, wie diese aussah?
Ich begann mit der Gerson-Therapie, eine Krebsbehandlung, die auf strikter veganer und salzarmer Diät beruht. Ich durfte auch keinerlei Industriezucker zu mir nehmen, ebensowenig wie Brot. Der Essenplan ist wirklich sehr strikt. Zusätzlich zu meinen veganen Mahlzeiten trank ich jeden Tag 5 Liter frisch gepressten Karottensaft, sowie vier weitere Gläser grüne Säfte. Ein weiterer Bestandteil der Gerson-Therapie sind Kaffee-Einläufe. Am Anfang habe ich fünf Kaffee-Einläufe pro Tag bekommen, mit der Zeit wurden es dann weniger, bis es schließlich nur noch einer pro Tag war. Mittlerweile mache ich einfach jede Woche ein paar. Ich habe auch zusätzliche Vitamine genommen, am Anfang zum Beispiel größere Dosierungen von Vitamin B12.
Nach einigen Monaten Therapie versuchte ich dann noch etwas neues. Zusammen mit meiner Freundin Melissa und der ayurvedischen Ernährungsberaterin Julia, der Eigentümerin von Rolling Tiger in Berlin, kombinierten wir die Gerson-Therapie mit den Lehren des Ayurveda. Im Oktober machte ich dann die intensivste Detox-Kur, die es im Ayurveda gibt, Panchakarma.
Viele Menschen sind skeptisch, wenn es darum geht, Krebs durch die Ernährung zu heilen. Was würdest du ihnen sagen? Wie kann das überhaupt funktionieren? Und wie gut sind die Chancen?
Es gibt immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen, dass pflanzliche Ernährung viele Krankheiten stoppen und heilen kann, zum Beispiel auch starke Herzkrankheiten oder Autoimmunerkrankungen. Ich habe gelernt, dass das, was wir essen, einen großen Einfluss auf unseren Körper hat. Die vegane Ernährung hilft dem Körper dabei, das Immunsystem wieder aufzubauen und zu stärken, damit es den Krebs bekämpfen kann.
Das erste Buch, das ich während meiner Krankheit gelesen habe, war “The China Study”. Das Buch illustriert die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Ernährung sehr genau. Es gibt eine große Diskussion zwischen denen, die eine vegane Ernährung befürworten, und denen, die meinen, dass eine ausgeglichene Mischkost genauso funktioniert, solange das Fleisch, das man isst, von Weidetieren kommt und Bioqualität hat. Aus dieser Diskussion halte ich mich aber raus, ich kann bei beiden Wegen Vorteile sehen.
Ich kann nur sagen, dass ich mich fantastisch gefühlt habe, als ich mich vegan ernährte. Und ich glaube, dass meine Ernährung eine sehr große Rolle in meiner Heilung gespielt hat.
Es gibt so viele verschiedene Meinungen, wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat. Dazu habe ich zu sagen: Wenn jemand Krebs hat, ist seine Ernährung ein ganz entscheidender Faktor für die Genesung. Wir sind alle so unglaublich unterschiedlich, daher glaube ich, dass es am besten ist, wenn jeder einzelne sich umfassend informiert und sich dann entscheidet, was das beste für ihn persönlich ist. Im Moment lebe ich nicht mehr komplett vegan, überlege aber, wieder dorthin zurückzukehren, weil ich mich in dieser Zeit so voller Energie gefühlt habe.
Was hast du zusätzlich du deiner Ernährungsumstellung noch getan?
Am fünften Mai startete ich einen zehntägigen Vipassana Meditations Kurs. Während dieses Kurses haben wir etwa acht Stunden pro Tag meditiert und durften mit niemandem reden. Als ich nach dem Kurs wieder nach Hause kam, habe ich dort jeden Tag zwei Stunden meditiert, bis in den Juli hinein. Ende Juli bin ich dann zu meiner regulären Meditationspraxis zurückgekehrt.
Ich habe mir jeden Tag vorgestellt, wie es wäre, keinen Krebs zu haben, zum Beispiel während eines Spazierganges oder während eines meiner Einläufe. Ich stellte mir bildlich vor, wie ich älter wurde, wie meine Tochter mich in meinem Haus besuchen kam. Im Moment habe ich zwar noch gar keine Kinder, ich stellte mir vor, welche Erfahrungen ich in der Zukunft noch machen wollte.
Und ich nahm den Krebs als Teil von mir an, anstatt ihn als den Feind zu betrachten, den man bekämpfen muss. Krebs entsteht, weil einige Zellen ihre Arbeit nicht mehr richtig machen, Amok laufen und unseren Körper attackieren. Ich wollte diese Zellen daran erinnern, wer sie sind, damit sie aufhören, mein System anzugreifen.
Ich nahm außerdem an zwei Ayahuasca Zeremonien teil, einmal am 6. Juli und einmal am 24. September. Ayahuasca ist eine bewusstseinerweiterne Pflanze, aus der man Tee machen kann. Viele Menschen nutzen sie für spirituelle Reisen um Einblicke in ihr Leben zu bekommen. In Südamerika werden sie schon seit Jahrhunderten zur Heilung von Krankheiten verwendet.
Ich hatte schon seit sieben Jahren mit dem Gedanken gespielt, Ayahuasca einmal auszuprobieren, mich jedoch immer dagegen entschieden, da ich in der Vergangenheit Drogenprobleme hatte. Ich hatte Bedenken, die Substanz zu nehmen. Als ein Freund mit erzählte, dass manche Menschen es nutzen, um Krebs zu heilen, zögerte ich jedoch nicht mehr. Mein Leben stand auf dem Spiel und ich war bereit, einfach alles zu versuchen. Was ich über Ayahuasca sagen kann, ist, dass es eine der teifgreifendsten Erfahrungen war, die ich in meinem Leben gemacht habe. Es hat mir einige sehr wichtige Einsichten für meinen Heilungsweg mitgegeben.
Und das beste daran: Es hat funktioniert, du bist geheilt! Das ist fantastisch und wir freuen uns wirklich sehr für dich! Hast du nun eine andere Sicht auf dein Leben, als vor deiner Krankheit? Ist das Leben für dich zu einem Wunder geworden?
Vielen Dank! Ja, meine Sicht auf mein Leben hat sich geändert. Ich bin mitfühlender geworden, sowohl mir selbst als auch anderen gegenüber. Und ja, ich sehe das Leben nun definitiv als ein Wunder an. Ich bin so dankbar, am leben zu sein. Ich mache mir keine Gedanken mehr darüber, wie ich auf andere wirke, ob jemand mich mag oder nicht. Mir ist es wichtig, authentisch zu sein, meine Wahrheit zu sagen und sowohl verletzlich, als auch offen zu sein.
Früher habe ich versucht, mich davor zu schützen, verletzt zu werden, jetzt ist es mir gerade wichtig, verletzlich zu sein, denn dafür sind wir hier: Um tiefe Emotionen zu erleben und auch auch auszudrücken. Ich war früher auch nahezu besessen davon, meine Ziele zu erreichen und Erfolg zu haben. Es ist nicht so, als hätte ich jetzt keine Ziele mehr, aber ich vertraue darauf, dass das Leben mit genau dahin bringen wird, wo ich sein muss. Wo auch immer das ist. Heute ist für mich das wichtigste, einfach ich selbst zu sein und das Leben mit einem offenen Herzen zu leben.
Welchen Rat würdest du anderen Menschen geben, die an Krebs leiden?
Dass sie ihn auch mit natürlichen Heilmethoden besiegen können und dass ihr Krebs ihnen helfen kann, das Leben zu führen, für das sie bestimmt sind. Ich glaube, dass wir Krebs bekommen, weil etwas in unserem Inneren und in unserem Leben aus der Balance geraten ist. Ich schreibe gerade an einem Buch mit dem Titel “Krebs hat mein Leben gerettet”, in dem ich darlege, wie Krebs tatsächlich sein Segen sein kann, wenn derjenige, der die Diagnose erhält, bereit dazu ist, sein Leben radikal zu ändern, um eine Balance von Körper, Geist und Seele zu erreichen.
Und was können wir alle von deiner unglaublichen, aber auch tragischen Reise lernen?
Manchmal kann auch aus der tiefsten Dunkelheit Schönheit entstehen. An diesen Orten können wir reine, pure Liebe finden. Oft entpuppen sich gerade die Zeiten im Leben, die auf den ersten Blick wie eine Katastrophe aussehen, hinterher als ein Geschenk. Der Krebs hat mein Leben gerettet, denn er hat mir gezeigt, was mir wirklich wichtig ist. Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, dann erkenne ich, dass es auf meiner Reise um mehr als nur mein Leben ging. Es ging um die Bedeutung des Lebens an sich und das gilt für jeden von uns.
Zwei Tage nach meiner Diagnose starb ein guter Freund von mir und vier Wochen später starb mein bester Freund. Es gibt keine Worte, um die Trauer zu beschreiben, die ich fühlte. Der Schmerz und die Trauer, vor allem für meinen besten Freund, werden für immer ein Teil von mir bleiben. Und es dauerte nicht lange, bis ich erkannte, dass ich gerade eine wichtige Lektion über Leben und Tod erhielt, über die Vergänglichkeit unserer Existenz.
Gleich zwei Menschen zu verlieren, die so eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hatten und gleichzeitig selbst mit einer lebensbedrohlichen Situation konfrontiert zu sein, hat mich gelehrt, dass wir wirklich nicht wissen, wann unser Leben endet. Es spielt keine Rolle, wer wir sind, es kann jeden Augenblick passieren. Dass wir jetzt gerade am Leben sind, ist ein Geschenk, denn morgen sind wir vielleicht schon nicht mehr da.
Deshalb ist es so wichtig, das zu tun, was wir lieben und zu sein, wer wir wirklich sind. Wir sollten uns nur mit den Menschen umgeben, die uns verstehen und so akzeptieren, wie wir sind. Das Leben ist zu kurz, um es mit Dingen oder Personen zu verschwenden, die unsere Seele nicht erfüllen.
Die Fragen stellte: Manuela Hartung
Scott Binder stammt aus Seattle, lebt jedoch schon seit 5 Jahren in Berlin. Scott ist Musiker, DJ, Autor und gibt Workshops.
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Freitag, 30. Juni 2017

Träume haben Flügel - Ein Lied mit einem starken Text





Wenn Dein Blick müde ist und schwer, und Dein Schicksal stellt sich auf einmal quer, wenn die Gezeiten sich verhalten als ob's nur
Ebbe gibt, Deine Hoffnung verlor'n am Boden liegt.

Wenn Dein Leben so schnell rennt bis Du fällst, und Du als Letzter zu Dir hälst, wenn die Andern an Dir zweifeln und Du fängst auch schon an, ab dann erinner Dich daran.

Träume haben Flügel, sie tragen Dich hinfort.
Sie wissen wo Du hingehörst und bringen Dich zu jenem Ort.
Träume haben Flügel, sieh hin, sie warten schon.
Folge ihn so gut es geht, sonst fliegen sie davon.

Lässt dein Glück Dich einmal im Stich und wie es weitergeh'n soll, weißt Du nicht. Wenn Andere Dir sagen: Du wärst nicht gut genug. Vertrau auf Deine Träume und hör ihn gut zu.

Denn Träume haben Flügel, sie tragen Dich hinfort. Sie wissen wo Du hingehörst und bringen Dich zu jenem Ort.
Träume haben Flügel, sieh hin, sie warten schon.
Folge ihn so gut es geht, sonst fliegen sie davon.

Träume haben Flügel, sie tragen Dich hinfort. Sie wissen wo Du hingehörst und bringen Dich zu jenem Ort.
Träume haben Flügel, sieh hin, sie warten schon.
Folge ihn so gut es geht, sonst fliegen sie davon.

Sonntag, 5. Februar 2017

Von den Medien völlig ignoriert

Tausende Frauen, Hebrews, Musliminnen und Christinnen sind in Israel zusammen für den Frieden marschiert.

Yael Deckelbaum singt das Lied Prayer of the Mothers zusammen mit Frauen und Mütter verschiedener Religionen und zeigt damit, dass Veränderungen möglich ist.



Wenn alle für den Frieden auf die Strasse gehen würden, wäre niemand mehr da für den Krieg!

Sonntag, 22. Januar 2017

Warum wir Krebs nicht besiegen sollten

Das Thema und die Überschrift stammt von dem gleichnamigen, sehr ausführlichen und lesenswerten Artikel aus GEO 11/2016.

Es war wohl kein Zufall das ich das GEO, in dem dieses Thema behandelt wurde, begonnen habe zu lesen. Denn ein Freund von mir hatte Krebs. Er war austherapiert. Es gab noch eine Hoffnung. Eine spezielle Behandlung die gezielter den Krebs behandeln sollte. Wie das gehen sollte konnte er mir nicht genau sagen. Nur, dass diese spezielle Behandlung erst an Patienten angewendet wird wo die bisherigen Therapien versagt haben. Doch es war leider zu spät!

Im Kampf gegen den Krebs war das Bestreben diesen möglichst schnell und gründlich los zu werden. Stahl (Operation), Strahl (Bestrahlung) und Chemo sind da bislang die einzigen breit anerkannten Therapieformen.

Mit der Chemotherapie wird versucht, die krankhaften Zellen zu zerstören und diese an der weiteren Vermehrung zu hindern.

Forscher sehen das inzwischen bei manchen Krebsarten anders. Sie untersuchen einen anderen Ansatz. Der Grundgedanke hinter dieser Idee besteht in der großen Variabilität der Krebszellen.

Unsere Vorstellung von Krebs ist, dass es sich um einen Haufen wild wuchernder Zellen handelt. Diese gelte es zu vernichten und der Krebs wäre beseitigt. Dem ist aber nicht so. Man müsse den Krebs eher mit der Evolution der Arten verglichen. So wie sich das Leben auf der Erde ausdifferenziert hat, so entwickelt sich ein Tumor ständig weiter. Ein fortgeschrittener Tumor besteht aus Milliarden von Zellen, von denen keine der anderen gleicht.

Die Chemotherapie besteht aus hohen Dosen hochwirksamer starker Medikamente, die neben den Krebszellen auch die gesunden Körperzelle angreifen und schwächen.

Üblicherweise wird in Studien die maximal verträgliche Dosis ermittelt. Durch die vielen Mittel gegen Übelkeit die mittlerweile zur Verfügung stehen, konnte diese Dosis immer weiter erhöht werden in der Hoffnung, dass möglichst alle krankhaften Zellen vernichtet werden, aber mit der Folge der weiteren Schwächung der gesunden Zellen.

Nach der Chemotherapie, die die allermeisten der krankhaften Zellen vernichtet hat, bleiben oft ein paar wenige Zellen zurück, die mit den bisherigen Medikamenten nicht mehr therapiert werden können. Diese haben sich der „Umwelt“, also dem Körpers und dessen Chemowirkstoffen, angepasst und sind so resistent geworden. Diese resistenten Zellen können sich wieder vermehren und zu einem Rezidiv führen. Bei diesem Rückfall besteht der Tumor dann nur noch aus diesen resistenten Zellen, die eben auf die Medikamente nicht mehr ansprechen. Mit jeder Chemobehandlung, deren Ziel die vollständige Vernichtung des Krebs zum Ziel hat, werden die überlebenden Zellen resistenter und aggressiver.

Dies kann erklären, warum herkömmliche Therapien bei Rezidiven immer weniger wirksam sind und der Patient am Ende als „austherapiert“ zum Sterben nach Hause geschickt wird.

So mancher Forscher stellte sich deshalb die Frage, ob die Patienten nicht trotz, sondern wegen der Chemobehandlungen sterben; ob die Medizin ein aussichtsloses Ziel verfolgt und die herkömmlichen Mittel dazu verdammt sind, zu versagen?

Ziel dieser Forscher stellt ist es, die „Evolution“ der Krebszellen zu verlangsamen. Was genau die Chemobehandlung unter den Krebszellen auslöst, ist schlichtweg nicht bekannt. Laufende Biopsien sind den Patienten nicht zumutbar und bildgebende Verfahren für Zellveränderungen sind bislang nicht möglich. Mathematische Modelle lassen vermuten, dass fortgeschrittenen Tumore eine Hülle aus wenig veränderten Zellen haben und sich in ihrem Inneren unter widrigen Bedingungen mit wenig Sauerstoff und saurem Milieu die aggressiven Zellen bilden. Eine Chemotherapie zu diesem späten Zeitpunkt bricht die äußere Hülle auf und der Tumor beginnt erst recht zu streuen. Aber da ist die Forschung erst ganz am Anfang. Einer der befragten Ärzte wurde gefragt, was er denn nach einer Krebsdiagnosen machen würde. Er sagt: „Erstmal Urlaub!“

Den Ansatz der nun überlegt wird, ist die „adaptive Chemotherapie“. Anstatt den Krebs heilen zu wollen, könnten die Patienten mit dem Krebs leben, ohne daran zu sterben.

Im Vergleich zur herkömmlichen Therapie wird die Medikamentengabe reduziert oder ausgesetzt, sobald der Tumor schrumpft. Dadurch werden die einzelnen Mutation nicht ausgelöscht und halten die resistenten Zellen im Schach. Wächst der Tumor wieder, wird wieder eine Chemogabe verabreicht. Der Krebs spricht weiterhin auf die herkömmlichen Medikamente an und kann wieder und wieder reduziert werden. Er bleibt latent vorhanden, ohne dass die aggressiveren Zellen die Oberhand gewinnen. Er kann zur chronischen Krankheit mit einer langen Überlebenszeit werden.

Die Problematik bestand zunächst, Pharmafirmen davon zu überzeugen ihre Medikamente für diese Studien zur Verfügung zu stellen und Ärzte zu finden, die der Idee aufgeschlossen sind. Patienten fanden sich zur Genüge, sie greifen nach jedem Strohhalm, der ihnen eine Lebensverlängerung verspricht. Inzwischen laufen Studien am Memoral Cancer Center in New York.

Sonntag, 8. Januar 2017

Die 20 wichtigsten Krebstherapien

Von Operation über Immuntherapie bis Mistelbehandlung: neue, zukunftsweisende, alternative und konventionelle Behandlungsmethoden im großen VITAL-Experten-Check.


8 Methoden der Schulmedizin 


1 OPERATION 


Der Chirurg entfernt den Tumor mit dem Skalpell oder in einem minimalinvasiven Eingriff per Endoskop. Oft wird die Geschwulst davor mit Medikamenten oder Strahlen behandelt, damit sie schrumpft und die Krebszellen während der OP nicht ins Gewebe streuen. 

BEHANDLUNGSERFOLG Die Operation ist immer der wichtigste Eckpfeiler einer Krebstherapie. Beispiel Brustkrebs: Ihr Erfolg hängt bei einem brusterhaltenden Verfahren von der Größe des Krebsknotens und der Zahl der befallenen Lymphknoten ab. Ist der Tumor z.B. kleiner als 0,5 Zentimeter, liegen die Heilungschancen bei 96 Prozent, so eine Untersuchung des Tumorzentrums München. Ist er einen bis 1,9 Zentimeter groß, beträgt die Überlebensrate 86 Prozent, ohne Lymphknotenbefall 89 Prozent. Bei Gebärmutterkrebs liegen die Heilungschancen zwischen 60 und 80 Prozent. Noch besser sieht es bei Hautkrebs aus. Prof. Helmut Breuninger, Universitäts-Hautklinik, Tübingen: „Mit einer operativen Frühtherapie sind praktisch 100 Prozent aller weißen Hautkrebse auf Dauer heilbar.“ 

NEU Operationsroboter, die durch Hightech-Navigationssysteme unterstützt werden, erleichtern den Chirurgen die Arbeit. Diese „computerbasierte Chirurgie“ wird z.B. bei der Therapie von Speiseröhrenkrebs eingesetzt. Schonende minimalinvasive Eingriffe per Endoskop setzen sich immer mehr durch. Damit kann jetzt sogar der Enddarm entfernt werden – ohne großen Bauchschnitt. 

2 STRAHLEN-THERAPIE 


Krebsherde werden gezielt mit ultraharten Röntgenstrahlen „beschossen“. Um das gesunde Gewebe zu schützen, wird die Bestrahlung durch eine Kernspin- oder Computertomografie kontrolliert. 

BEHANDLUNGSERFOLG Zusammen mit anderen Verfahren wie etwa der Chemotherapie hat die Bestrahlung eine Erfolgsquote von 50 Prozent. „Bei Brustkrebs lässt sich die Rückfallrate durch eine vier- bis sechswöchige Strahlentherapie um bis zu 80 Prozent verringern“, so Prof. Walter E. Aulitzky, Chefarzt des Robert-Koch-Krankenhauses in Stuttgart. Massive Hautschäden treten heute nicht mehr auf, „Verbrennungen“ sind selten. 

NEU Die sogenannte intensitätsmodulierte Strahlentherapie erlaubt eine nebenwirkungsärmere Bestrahlung als bisher. Und zwar bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, der Lunge und im Bauch. Bei der „intraoperativen Strahlentherapie“ wird der Wundherd noch während der Operation bestrahlt. Die nachfolgende Strahlendosis sinkt dadurch um 20 bis 30 Prozent. Ihre Erfolge sind beeindruckend. Prof. Frederik Wenz von der Universitätsklinik für Strahlentherapie in Mannheim: „Statt der ,normalen’ Rückfallrate von rund drei bis fünf Prozent in den ersten fünf Jahren wird nach der intraoperativen Bestrahlung nur bei 1,5 Prozent der Patientinnen erneut z.B. ein Tumor in der Brust entdeckt.“ 


3 CHEMO-THERAPIE 


Bei der Chemotherapie hemmen Zellgifte das Tumorwachstum oder unterdrücken seine Zellteilung. 

BEHANDLUNGSERFOLG Zur dauerhaften Heilung führt die Chemo bei dem Lymphdrüsenkrebs „Morbus Hodgkin“ oder Hodentumoren. Gut wirksam ist sie auch bei Leukämie im Kindesalter. Hier liegt die Erfolgsrate bei über 70 Prozent. Wenn Tumore z.B. in der Brust oder in den Eierstöcken gestreut haben und keine Heilung mehr möglich ist, kann eine Chemotherapie den Krankheitsverlauf ausbremsen. Schlecht sprechen Nierenzellkarzinome oder Tumore des Verdauungstraktes darauf an. Auch beim schwarzen Hautkrebs sind die Erfolge gering. Prof. Selma Ugurel, Universitätsklinik, Würzburg: „Durchschnittlich wird nur bei jedem dritten Patienten ein Stillstand oder eine Verbesserung seiner Krebserkrankung erreicht.“ 

NEU Bei der „chronomodulierten Chemotherapie“ nutzen Ärzte die innere Uhr des Menschen. Weil gesundes und erkranktes Gewebe zu unterschiedlichen Zeiten am empfindlichsten auf Zellgifte reagieren, werden diese zunehmend genau dann gespritzt, wenn die Tumorzellen sich teilen und am angreifbarsten sind. Erste Studien belegen eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie. 


4 HORMON-THERAPIE 


Etwa 70 bis 80 Prozent der Frauen mit Brustkrebs haben einen Tumor, der durch Hormone wie Östrogen angeregt wird. Die Hormontherapie unterdrückt durch bestimmte Substanzen – z.B. Aromatasehemmer oder den Wirkstoff Tamoxifen – Botenstoffe, die das Krebswachstum fördern. 

BEHANDLUNGSERFOLG Bei der Hormontherapie treten im Vergleich zur Chemotherapie selten Nebenwirkungen auf. Bei fortgeschrittenem Brustkrebs kann sie sogar wirksamer sein als eine Chemo. Neue Studien zeigen, dass Aromatasehemmer besser sind als Tamoxifen. Prof. Jens Huober, Kantonsspital in St. Gallen: „Die Gesamtsterblichkeit mit dem Aromatasehemmer Letrozol ist um 13 bis 19 Prozent geringer als mit Tamoxifen.“ 

NEU Mittel wie die Bisphosphonate, die bisher gegen Osteoporose eingesetzt wurden, verringern das Rückfallrisiko bei frühem Brustkrebs im Vergleich zu einer ausschließlichen Hormontherapie um 35 Prozent.

5 ANGIONESE-HEMMER 


Tumore ab zwei Millimeter brauchen eine eigene Blutversorgung. Sie produzieren Wachstumsfaktoren, um Gefäße sprießen zu lassen. Bestimmte Substanzen blockieren diese Wachstumsfaktoren, die Krebsgeschwulst „verhungert“. 

BEHANDLUNGSERFOLG Eine große US-Studie beweist, dass Angionesehemmer Tumore schrumpfen lassen. Prof. Jürgen Wolf, Universitätsklinik, Köln: „Ein wesentlicher Effekt des Medikaments scheint die Wirksamkeitsverstärkung der Chemo zu sein. Die Chemotherapeutika gelangen dadurch besser an die Tumorzellen.“ 

NEU Zur Zeit laufen mit positiven Ergebnissen Studien zur Wirksamkeit bei so neuen Indikationsgebieten wie Brust-, Nieren- und Darmkrebs.

6 IMMUN-THERAPIE 


Weil Krebszellen sich aus körpereigenen, vertrauten Zellen entwickeln und sich tarnen können, erkennt das Immunsystem sie nicht als Feind. Bei der Immuntherapie wird es durch bestimmte Botenstoffe „wachsam“ gemacht. 

BEHANDLUNGSERFOLG In Laborversuchen zeigte ein aus dem Blut der Patienten gewonnener Tumorimpfstoff bei 40 bis 80 Prozent der untersuchten Blutproben eine um das 200- bis 300-fach gesteigerte Immun-Aktivität. Aber: „In der klinischen Praxis bildete sich der Tumor nur bei drei bis zehn Prozent der Patienten tatsächlich zurück“, sagt Prof. Eckhart Kämpgen, Universitätshautklinik, Erlangen. 

NEU Der Krebsimpfstoff Stimuvax, der das Immunsystem anregt, Brustkrebszellen anzugreifen, geht jetzt in die dritte und letzte Phase der klinischen Überprüfung an 900 Patientinnen in mehr als 30 Ländern. Gleichzeitig wird er an 1300 Menschen mit Lungenkrebs getestet. Bisher mit hoffnungsvollen Resultaten. 


7 ANTIKÖRPER-THERAPIE 


Maßgeschneiderte Antikörper, die aus menschlichem Eiweiß hergestellt werden, heften sich gezielt an bestimmte Oberflächenmoleküle, z.B. HER2-Rezeptoren. Dort greifen sie die Krebszellen an. 

BEHANDLUNGSERFOLG Antikörper mit dem Wirkstoff Trastuzumab werden erfolgreich bei der Brustkrebstherapie eingesetzt. Die Überlebensrate beträgt mit Antikörpern etwa 85 Prozent, ohne 67 Prozent. 

NEU Nach jüngsten Studien helfen Antikörper auch bei Magenkrebs. „Ein klinisch bedeutsamer Erfolg“, bestätigt Prof. Hanno Riess, Charité, Berlin. 

8 GEN-THERAPIE 


Weil Krebs auch eine Erkrankung der Gene ist, versuchen Wissenschaftler, „TumorSuppressor-Gene“ in die Krebszellen einzuschleusen, die das Wachstum unterdrücken. 

BEHANDLUNGSERFOLG Finnische Mediziner berichten von ersten Erfolgen bei der Behandlung von bösartigen Neue Gehirntumoren.

12 Alternativ-Methoden 


1 API-THERAPIE 


Das Bienenkitt Propolis beseitigt im Stock Bakterien, Viren und Pilze. Die Bienen erzeugen es aus Baumharzen, die sie mit selbst produzierten Enzymen versetzen. Propolis hat antibiotische, antivirale und antimykotische Eigenschaften, hemmt Schmerzen und stärkt das Immunsystem des Körpers. 

BEHANDLUNGSERFOLG „Neueste Studien sprechen von hervorragenden Ergebnissen gegen Krebs in Verbindung mit Propolis. Ein wesentliches Problem besteht jedoch darin, dass das Produkt nicht standardisiert ist. Deswegen kann die mögliche pharmakologische Wirkung derzeit nicht ausgenutzt werden“, so Prof. Karsten Münstedt. „Bei einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich hat sich Propolis jedoch als sinnvoll erwiesen, um Schleimhautentzündungen zu verhindern.“ 

NEU Eine brasilianische Studie hat jetzt ergeben, dass eine Kombination aus Propolis, speziellen Pilzen und den Samen des Orleanstrauches „Annatto“ einen krebsblockierenden Effekt hat. Das Bienenharz-Molekül CLU-502 dämpft in den Krebszellen ein Gen, welches das Wachstum des Tumors antreibt. 

2 CANNABIS-THERAPIE 


Die Hanfpflanze enthält sogenannte Cannabinoide (z.B. Haschisch), die schmerzlindernd wirken. Der Cannabis- Wirkstoff Dronabinol ist verschreibungspflichtig. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Dr. Burkhard Hinz von der Universität Rostock wies jetzt nach, dass Cannabinoide das Eindringen von Tumorzellen in das umliegende Gewebe blockieren. Sie veranlassen z.B. Gebärmutterhals- und Lungenkrebszellen dazu, bestimmte Enzyme zu blockieren, ohne die sich Tumorzellen nicht ausbreiten können. Außerdem lindern Cannabinoide Nebenwirkungen wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen bei einer Chemotherapie und steigern den Appetit. Das ist wichtig, weil Auszehrung bei Krebspatienten die häufigste Todesursache ist. Denn 40 Prozent von ihnen haben keinen Hunger mehr. 

NEU Cannabinoide hemmen auch das Wachstum bösartiger aggressiver Gehirntumore, bei denen andere Therapien unwirksam sind. 


3 EIGENBLUT-THERAPIE 


Der Arzt entnimmt aus einer Vene Blut. Es wird mit homöopathischen Substanzen versetzt, ultraviolett bestrahlt oder mit destilliertem Wasser verdünnt. Danach spritzt der Arzt es wieder in den Körper zurück. Das soll einen Fremdreiz setzen und so das Immunsystem stimulieren. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Karsten Münstedt: „Allgemein kann bei Krebs die Eigenbluttherapie nicht empfohlen werden. Es liegen keine Studien vor, die überzeugend genug wären.“ 


4 ENZYM-THERAPIE 


Eingesetzt werden das Papaya-Enzym Papain, die Bauchspeicheldrüsen- Enzyme Trypsin und Chymotrypsin sowie das Ananas-Enzym Bromelain. Die Enzyme sorgen dafür, dass Krebszellen, die sich mit einer Eiweißschicht tarnen, vom Abwehrsystem erkannt und angegriffen werden. 

BEHANDLUNGSERFOLG Enzyme verdünnen das Blut. Zellen, die sich aus dem Tumor lösen, siedeln sich seltener woanders an, um Metastasen zu bilden. Dr. Jutta Hübner, Chefärztin der Abteilung Onkologie, Habichtswald-Klinik, Kassel-Wilhelmshöhe: „Die Behandlung mit Enzymen kann die Dosis der Strahlen- oder Chemotherapie reduzieren. So können die Zellen verschont werden, die zur Immunabwehr benötigt werden. Zudem mildern Enzyme die giftige Wirkung der Chemotherapie.“ 

NEU Eine Enzymtherapie vor einer Operation sorgt dafür, dass die Konzentration von Antibiotika im Operationsgebiet bis zu sechsfach höher ist als ohne Enzyme. Dadurch werden Infektionen im Wundbereich verhindert. Und die Narbenbildung z.B. bei Brustkrebs-OPs ist geringer. 


5 HOMÖOPATHIE 


Die Homöopathie bekämpft Krankheiten, indem sie ein stark verdünntes Mittel aus dem Pflanzen- und Tierreich oder der Welt der Mineralien verabreicht, das ähnliche Symptome auslöst wie die Krankheit selbst. 

BEHANDLUNGSERFOLG Bei Entkräftung von Patienten hilft etwa Arsenoxis, bei Entzündungen der Schleimhäute Silizium, bei schweren Erschöpfungszuständen Phosphor. Prof. Münstedt: „Klinische Studien gibt es nicht. Die Mittel sollten, wenn gewünscht, nur als Zusatzmedikation zu den klassischen Therapieverfahren eingesetzt werden.“ 

NEU Ein Vergleich von acht internationalen Studien mit 664 Teilnehmern durch das Wissenschaftler-Netzwerk „Cochrane Collaboration“ zeigte: Eine homöopathische CalendulaSalbe aus Ringelblumen verringert akute Hautentzündungen bei Brustkrebspatientinnen effektiver als andere Cremes. Eine homöopathische Mundspülung aus Belladonna, Arnika, Johanniskraut und Echinacea lässt Mundschleimhautentzündungen als Folge von Bestrahlungen schnell abklingen. 

6 HYPER-THERMIE 


Bei der Ganzkörper-Hyperthermie erhitzen z.B. Radiowellen, Ultraschall oder Infrarotstrahlen den ganzen Körper auf 39 bis 42,8 Grad Celsius. Die regionale Tiefenhyperthermie wird bei kleinflächigeren Tumorleiden wie z.B. Eierstockkrebs eingesetzt. Sie überwärmt nur den Teil des Körpers auf 42 Grad Celsius, in dem der Tumor sitzt. Weil Krebszellen besonders hitzeempfindlich sind, sterben sie schneller ab als gesundes Gewebe. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Michael Bamberg: „In jüngster Zeit bescheinigen eine Reihe internationaler Studien der Hyperthermie spektakuläre Erfolge. So konnten Patientinnen mit wiederkehrendem Brustkrebs durch ihren Einsatz zu 68 Prozent geheilt werden. Mit der Strahlentherapie alleine gelang das nur bei 23 Prozent.“ Auch beim Gebärmutterkrebs gibt es vielversprechende neue klinische Studien. Die milde (bis 39 Grad Celsius) und die moderate (bis 40,5 Grad Celsius) Ganzkörperhyperthermie verbessern die Ergebnisse einer Strahlen- oder Chemotherapie. 

7 KREBS-DIÄTEN 


Falsche Ernährung, Darmgifte oder ein Ungleichgewicht des Natrium-Kalium-Haushalts sollen die Entstehung von Krebs fördern. Krebsdiäten wie die Öl-Eiweiß-Kost sollen Dysbalancen ausgleichen oder den Darm als wichtigstes Immunorgan „sanieren“. 

BEHANDLUNGSERFOLG „Krebsdiäten haben keine nachweisbare therapeutische oder heilende Wirkung“, bestätigt das Deutsche Krebsforschungszentrum, Heidelberg. Resveratrol in Rotwein scheint allerdings krebshemmend zu sein, ebenso Cumarine in Hülsenfrüchten und Terpene in Zitrusfrüchten oder Kohl. Aber: „Bei bereits erkrankten Frauen hat der Lebensstil Einfluss auf den Verlauf des Krebsleidens. Weniger essen und regelmäßige Bewegung können die Sterblichkeit und das Risiko, dass der Krebs wieder zurückkommt, um die Hälfte reduzieren“, sagt Prof. Ulrich Kleeberg, Onkologe aus Hamburg. 

NEU Der Wirkstoff DIM (Diindolylmethan), der bei der Verdauung von Kohl entsteht, verringert die Produktion von Eiweißen, die für die Ausbreitung von Eierstock- und Brustkrebs notwendig sind. Die Beweglichkeit von Krebszellen, die Tochtergeschwülste bilden, reduzierte sich um 80 Prozent. Neue Studien checken jetzt die Anti-Krebs- Wirkung weiterer Obst- und Gemüsesorten. 

8 MAGNETFELD-THERAPIE 


Ein pulsierendes oder gleich bleibendes Magnetfeld beeinflusst den Organismus bioenergetisch mit elektromagnetischen Schwingungen. Die Energie soll Krebszellen durch Wärmebildung zerstören. 

BEHANDLUNGSERFOLG „Die Therapie ist nicht für den Einsatz gegen Krebs geeignet. Die übertragene Wärme ist zu gering, um Tumorzellen so zu schädigen, dass sie absterben“, sagt Prof. Münstedt. 

9 MELATONIN-THERAPIE 


Das Körperhormon Melatonin hat einen starken Einfluss auf das Immunsystem, bekämpft „Freie Radikale“, verhindert Veränderungen im Erbgut. Seine Produktion nimmt im Alter ab. Das begünstigt die Entstehung von Krebs. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Edward Mills von der McMaster-Universität im kanadischen Hamilton: „Melatonin senkt das Sterberisiko von Patienten mit Lungen-, Haut-, Nieren- oder Brustkrebs, die täglich 10 bis 40 Milligramm Melatonin einnehmen, um 34 Prozent.“ Und es schützt bei der Chemo vor einem Abbau der Blutplättchen. 

NEU Der spanische Forscher Prof. Carlos Manuel Martinez Campa von der Universität Santander wies nach, dass das Hormon die Überlebensrate bei Brustkrebs erhöht. 


10 GRÜNTEE-THERAPIE 


Wirkstoffe im grünen Tee wie die Polyphenole greifen ein wichtiges Enzym in den Krebszellen an und verhindern das Wachstum des Tumors. Grüntee ist ein stärkerer Radikalenfänger als Vitamin C oder E. Empfohlen wird, täglich zwei bis drei Tassen zu trinken. Dosierung: Einen gehäufter Teelöffel grünen Tee auf eine Tasse Wasser geben. 

BEHANDLUNGSERFOLG Klinische Studien zeigen, dass die Polyphenole viele Tumormarker senken. Untersuchungen an Patientinnen mit Brust- und Eierstockkrebs beweisen, dass grüner Tee die Überlebenszeit verlängert. Prof. Münstedt: „Grüner Tee sollte in den täglichen Speiseplan aufgenommen werden. Es wirkt krebsvorbeugend und verhindert die Ausbreitung von Metastasen.“ 

11 MISTEL-THERAPIE 


Die immergrüne Pflanze enthält Eiweißstoffe – Mistellektine –, die das Immunsystem anregen, Fress- und Killerzellen zu bilden. Zusätzlich hellt sie die Grundstimmung auf. 

BEHANDLUNGSERFOLG Als einzige Wirkung deutet sich nach Erkenntnissen des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information in Köln eine Verbesserung der Lebensqualität bei brustkrebskranken Frauen während einer Chemotherapie an. 

12 VITAMIN-THERAPIE 


Vitamine wie C, E, A oder D nehmen im Organismus wichtige Funktionen als Radikalenfänger wahr, regulieren die Zellteilung, regen das Immunsystem an und bekämpfen krebserregende Stoffe. 

BEHANDLUNGSERFOLG Die meisten Vitamine haben keinen oder nur einen geringen Einfluss auf Tumore. Dr. Jutta Hübner: „Von der Einnahme von Vitamin A oder BetaCarotin ist abzuraten.“ Die Vitamine B6 und E haben keine nachweislichen Effekte, B1 erhöht wahrscheinlich die Wirkung der Chemotherapie. B12 ist nur sinnvoll, wenn durch eine Krebs-OP Magen oder Dünndarm entfernt wurden. Die Wirkung der Vitamine C und D ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. 

Stand: September 2009 

Gelesen im VITAL

Montag, 2. Januar 2017